NPD-Fraktion verteilte Faltblätter im Vogtland
In der vergangenen Woche startete die NPD-Landtagsfraktion die Verteilung von Faltblättern gegen den "Liberty Convoy", der den US-Einmarsch im Vogtland 1945 zur "Befreiung" umlügen soll und die deutschen Kriegsopfer verhöhnt. Bis zum Beginn des geschmacklosen "History-Karnevals" am 16. April werden im Vogtland mehrere tausend NPD-Faltblätter verteilt sein.
Ein besonderer Aktionsschwerpunkt liegt dabei auf kleinen Gemeinden im Vogtlandkreis. Am Sonnabend wurden beispielsweise Faltblätter in Morgenröthe-Rauthenkranz, Tannenbergsthal, Mühlleiten und Klingenthal mit Ortsteilen verteilt.
In dem Faltblatt heißt es:
"Es ist kaum zu fassen: Im Zeitraum vom 16. bis zum 18. April dieses Jahres ist ein dreitägiger sogenannter ‚Liberty Convoy’ durch das gesamte Vogtland bis nach Westböhmen und Bayern geplant, bei dem der Einmarsch der US-Armee in Westböhmen und im Vogtland im April 1945 - natürlich in den historischen Uniformen der Alliierten - nachgestellt werden soll. Stadträte, Kulturveranstalter und Freizeithistoriker trafen sich deshalb im Vorfeld an der alten Elsterbrücke in Plauen.
Nicht erwähnt wird, daß die Plauener Elsterbrücke durch den folgenreichsten und letzten der insgesamt 14 Luftangriffe auf Plauen am 10. April 1945 schwer beschädigt wurde. Allein in dieser Nacht fielen den Angriffen der britischen Bomber etwa 900 Menschen zum Opfer - und das nicht einmal einen Monat vor der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Die zahlreichen Luftangriffe auf Plauen forderten mindestens 2340 Menschenleben, Ereignisse, über die man heute gern hinwegsieht.
Einseitig werden heute der 8. Mai und das Kriegsgeschehen der letzten Monate vor der Kapitulation Deutschlands im Jahr 1945 als ‚Befreiung’ dargestellt. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, daß der 8. Mai Tag nicht nur das Ende des Krieges bedeutete, sondern zugleich auch der Beginn von Vertreibungsterror und neuer Unterdrückung im Osten und der Beginn der Teilung unseres Landes war. Ein Geschichtsbild, das diese Wahrheiten verschweigt, verdrängt oder relativiert, kann nicht Grundlage für das Selbstverständnis einer selbstbewußten und seelisch intakten Nation sein. Nach Auffassung der NPD ist es besonders geschmacklos, das Kriegsende ausgerechnet in Westböhmen und im Vogtland als Karnevalsspektakel zu inszenieren. In Westböhmen kam es unter den Augen der amerikanischen Besatzer - die im Rahmen des ‚Liberty Convoy’ als großmütige Befreier dargestellt werden - zur Vertreibung der seit Jahrhunderten in Böhmen ansässigen Sudetendeutschen. Insgesamt drei Millionen Sudetendeutsche wurden vertrieben, Hunderttausende ermordet, die Deutschen wurden gezwungen - analog zum Judenstern - eine Armbinde zu tragen, die sie als Deutsche kennzeichnete.
Auch im Vogtland kam die US-Army nicht als Befreier, sondern zog sich wieder zurück und machte der Roten Armee Platz. Als diese Mittel- und Ostdeutschland besetzte rief man die kriegsmüden sowjetischen Soldaten zu gnadenloser Rache auf. Zehntausende Zivilisten und gefangengenommene Soldaten wurden beim Vormarsch der Roten Armee liquidiert, schätzungsweise zwei Millionen Frauen und Mädchen vergewaltigt. Wer diese geschichtlichen Fakten kennt, der weiß, daß es für die Deutschen am Kriegsende nichts zu feiern gibt. Die NPD im Vogtland ruft daher alle Kommunalpolitiker und Bürger auf, den ‚Liberty Convoy’ zu boykottieren, denn Massenmord, Vertreibung und Luftkrieg sind kein Partyspektakel. Die NPD im Vogtland fordert den Landrat Tassilo Lenk auf, das makabre Treiben des ‚Liberty Convoy’ zu untersagen, um die Würde der Opfer und die Selbstachtung des deutschen Volkes zu schützen."

Arne Schimmer, MdL
Der NPD-Landtagsabgeordnete Arne Schimmer sagt zum "Liberty Convoy":
"Der sogenannte Liberty Convoy feiert den Einmarsch der U.S. Army in Plauen, in Vogtland und in Westböhmen ohne auch nur mit einem Wort auf die Vertreibung der Sudetendeutschen und die fast vollständige Zerstörung Plauens durch alliierte Bomberflotten einzugehen. Damit aber wird der Liberty Convoy zu einer geschmacklosen Geschichtsklitterung. Als Abgeordneter des Sächsischen Landtages habe ich deshalb eine Kleine Anfrage gestellt, in der ich mich nach der Finanzierungsquellen der ‚ad astra Entwicklungsgesellschaft’ erkundige, die den Liberty Convoy veranstaltet. Auf den Netzseiten der ad astra Entwicklungsgesellschaft wird die Zerstörung Plauens verharmlost und mit seiner Funktion als ‚Rüstungszentrum des Dritten Reiches’ erklärt. Tatsächlich war die Zerstörung Plauens am 10. April 1945 ein Kriegsverbrechen, denn sie erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Deutschland den Krieg schon längst verloren hatte. Durch die Angriffe wurden etwa 75 Prozent der Stadt zerstört, damit gehörte Plauen zu den während des Zweiten Weltkriegs am stärksten zerstörten deutschen Städten.
Im Frühjahr 1945 wurde ein Vernichtungskrieg gegen ein schon längst besiegtes Volk geführt, der auch im Vogtland zahlreiche unnötige Opfer forderte. Dieser Krieg wurde auch nach der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 weitergeführt, als die U.S. Army das Vogtland und den gesamten Freistaat Sachsen den sowjetischen Besatzungsbehörden übergab, die bis in die fünfziger Jahre hinein eine Terrorherrschaft ausübten. Wir von der NPD sagen: Menschliches Leid, Luftkrieg und Vertreibung sind kein Karnevalsspektakel - deshalb sollte Landrat Tassilo Lenk den ‚Liberty Convoy’ untersagen."
Quelle: www.npd-fraktion-sachsen.de


12.04.2010
"Liberty Convoy" verhöhnt deutsche Kriegsopfer
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